Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick“ (SEM) entstehen im Berliner Stadtteil Köpenick neue Wohnquartiere, Arbeitsplätze sowie Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote. Die damit verbundene Siedlungsentwicklung führt zu einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen, dessen Auswirkungen im Zuge der weiteren Planungen zu berücksichtigen sind.

Für die weiteren Planungs- und Genehmigungsschritte innerhalb der SEM werden belastbare verkehrliche Grundlagen benötigt. Diese bilden unter anderem die Basis für die Dimensionierung der Verkehrsanlagen, die Beurteilung der Verkehrsorganisation sowie die Durchführung schalltechnischer Untersuchungen. Zur Quantifizierung und Bewertung der verkehrlichen Auswirkungen im Untersuchungsraum wird daher ein Kfz-orientiertes Verkehrsmodell eingesetzt. Dieses ermöglicht es, sowohl die lokalen Veränderungen als auch die großräumigen Wechselwirkungen im Berliner Verkehrsnetz abzubilden und zu bewerten.

Die Planungsgrundlage bildet ein Netzausschnitt des teilintegrierten Verkehrsmodells des Landes Berlin mit dem Prognosehorizont 2030. Das modellierte Straßennetz enthält das vollständige Hauptverkehrs- und Nebenstraßennetz sowie die allermeisten untergeordneten Anliegerstraßen und wurde im Umfeld der SEM verfeinert. Vor dem Hintergrund der Schaffung eines autoarmen Quartiers wurde der MIV-Anteil der gebietsinternen Verkehre niedriger angesetzt als die des gesamten Stadtteils Treptow-Köpenick. Im Angebots- und Nachfragemodell sind dabei die wesentlichen bis 2035 zu erwarteten Änderungen des Verkehrsangebotes und der Raumstruktur sowie des Verkehrsverhaltens berücksichtigt.

Die Verkehrs- und Raumstrukturdaten der SEM sind auf Grundlage des Rahmenplans nachgeschärft worden. Im Ergebnis der Analyse- und Prognoseberechnung liegen verdichtete Informationen zu Quellen und Zielen des Personen- und Güterverkehrs, zur Routenwahl der Verkehrsströme sowie Verkehrsbelastungen der Strecken und Knotenpunkte vor.